Initiiert wurde die Volksinitiative „Gesunde Krankenhäuser in NRW – für Alle!“ von verschiedenen Bündnissen für mehr Personal im Krankenhaus und Gesundheitswesen allgemein, für den Erhalt von Krankenhäusern und für eine menschenwürdige Gesundheitsversorgung, die in diversen Städten und Regionen in NRW aktiv sind, in Kooperation mit der Gewerkschaft ver.di. Die Bündnisse bestehen aus Beschäftigten im Gesundheitswesen, Patient*innen und Aktivist*innen, die seit einigen Jahren die Arbeitskämpfe der Kolleg*innen im Krankenhaus solidarisch unterstützen und daran arbeiten, das Thema dorthin zu tragen, wo es hingehört: in die Mitte der Gesellschaft!

 

Der Trägerkreis – das Bündnis für ein gemeinwohlorientiertes Gesundheitswesen in NRW – setzt sich zusammen aus: Attac NRW, DIDF NRW e.V. (Föderation demokratischer Arbeitervereine), Krankenhaus statt Fabrik, Pflege am Boden NRW, SBHC – Selbsthilfegemeinschaft Spina Bifida und Hydrocephalus NRW e.V., gesundheitsladen köln e.V., SoVD Landesverband NRW e.V., Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte, Verein zur Förderung eines solidarischen und öffentlichen Gesundheitswesens NRW e.V.

Vertrauenspersonen der Volksinitiative sind Susanne Quast, Anästhesistin und Betriebsratsvorsitzende der Sana-Kliniken Düsseldorf, und Claudia Lenden, Gesundheits- und Krankenpflegerin und aktiv bei Pflege am Boden Köln.

Durch eine Volksinitiative wird der Landtag aufgefordert, sich mit einem Gegenstand der politischen Willensbildung zu befassen. Wenn 0,5% der volljährigen, in NRW wohnhaften deutschen Staatsbürger*innen – das sind gut 66.000 Personen – unterschreiben, ist sie erfolgreich.

Susanne Quast

Fachärztin für Anästhesie und Intensivmedizin, seit 2000 im Betriebsrat bei den Sana Kliniken Düsseldorf aktiv, Betriebsratsvorsitzende seit 2016

Seit Jahren sehen wir, dass die Politik ihren Aufgaben zur Sicherstellung einer guten,flächendeckenden Daseinsvorsorge nicht nachkommt. Im Gegenteil: Krankenhäuser werden wie Wirtschaftsunternehmen betrachtet, welche nicht nur kostendeckend arbeiten, sondern am besten auch noch Gewinne erzielen sollen. Der Patient, der auf die bestmögliche Hilfe vertraut, tritt dabei in den Hintergrund. Getriggert durch das Fallpauschalensystem liegt der Fokus immer mehr auf Kosteneffizienz. Das Ergebnis sind Personalmangel, Krankenhausschließungen, Bettenreduzierungen und Qualitätsverlust in Aus-und Weiterbildung. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass eine gesunde Krankenhauslandschaft, wohnortnah, mit hochqualifiziertem Personal in allen Berufsgruppen bestehen bleibt, um unserem Auftrag aus dem Grundgesetz nachzukommen.

Claudia Lenden

Pflegefachfrau seit 1984
Diabetesberaterin, Pflegetrainerin im Rahmen der familialen Pflege, Pflegeexpertin für Menschen mit Demenz, Mitorganisatorin von Pflege am Boden Köln seit 2013

Die Volksinitiative fordert die Politik auf, die Aufgaben des Staates hinsichtlich der Gesundheitsfürsorge ernst zu nehmen und dafür zu sorgen, dass Krankenhäuser weiterhin in ausreichender Zahl und flächendeckend zur Verfügung stehen. Dies ist gerade für unsere älter werdende Gesellschaft wichtig, denn der regelmäßige Kontakt während eines Krankenhausaufenthalts zu vertrauten Personen erhöht den Erfolg der Behandlung. Auch das Land ist hier in der Pflicht, denn es trägt laut KHG die Investitionskosten.Ich zitiere aus dem ICN-Ethikkodex von 2012: “Die Pflegende teilt mit der Gesellschaft die Verantwortung, Maßnahmen zugunsten der gesundheitlichen und sozialen Bedürfnisse der Bevölkerung, besonders der benachteiligten Gruppen, zu veranlassen und zu unterstützen.”

Lasst uns diesen Satz beherzigen und alle gemeinsam die Volksinitiative zum Erfolg bringen.

Trägerkreis der Volksinitiative / Bündnis für ein gemeinwohlorientiertes Gesundheitswesen

Verein zur Förderung eines solidarischen und öffentlichen Gesundheitswesens NRW e.V.

Aus dem Kreis etlicher Bündnisse, die sich in NRW gegen Pflegenotstand und für eine menschenwürdige Gesundheitsversorgung einsetzen, hat sich am 20. Juni 2020 in Düsseldorf der Verein zur Förderung eines solidarischen und öffentlichen Gesundheitswesens NRW e.V. gegründet.

Der Verein arbeitet unter anderem als Teil des Trägerkreises an der Vorbereitung und Durchführung der Volksinitiative „Gesunde Krankenhäuser in NRW – für alle!“ mit.

Er ist parteipolitisch neutral und verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „steuerbegünstigte Zwecke” der Abgabenordnung.

Zweck des Vereins

Zweck des Vereins ist die politische Bildung mit dem Ziel der Gestaltung eines solidarischen Gesundheitswesens, das allen Menschen einen Zugang zur medizinischen Versorgung sowie präventiven Maßnahmen ermöglicht und gesundheitsgefährdende Faktoren in Gesellschaft und Umwelt abbaut.

Ziel ist es insbesondere, bisher sozial und ökonomisch benachteiligten Menschengruppen (beispielsweise Arme, Flüchtlinge, Migrant*innen, Menschen mit Behinderungen) eine adäquate Partizipation an der medizinischen Versorgung und Gesundheitsförderung sowie ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Der Verein fördert die internationale Gesinnung, die Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und den Völkerverständigungsgedanken. Er arbeitet Tendenzen, die Bevölkerungsgruppen an der Teilhabe am Gesundheitswesen hindern, entgegen.

Der Verein sieht in der flächendeckenden und bedarfsorientierten Gesundheitsversorgung eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte. Gemeinsam mit Beschäftigten im Gesundheitswesen, Fachverbänden, Selbsthilfegruppen und Patient*innenvertreter*innen werden Reformvorschläge für unser Gesundheitssystem erarbeitet. Damit wirkt der Verein auf günstige Rahmenbedingungen für eine gute Gesundheitsversorgung hin. Der Verein setzt sich für die Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens und der öffentlichen Gesundheitspflege ein.

 

Geschäftsführender Vorstand

Vorsitzende: Melanie Stitz (Duisburg)

Stellvertretender Vorsitzender: Udo Filthaut (Oberhausen)

Kassenwartin: Petra Stanius (Oberhausen)

Beisitzer*innen

Tiemo Imhof (Düsseldorf)

Ana Radić (Düsseldorf)

 

Mitglied werden

Der Verein zur Förderung eines solidarischen und öffentlichen Gesundheitswesens NRW e.V. freut sich über weitere Mitstreiter*innen. Mitglied im Verein können alle natürlichen und juristischen Personen werden, die die Ziele des Vereins ideell und gerne auch durch ihre Mitarbeit unterstützen möchten – nicht nur aus NRW. Der Mindestbeitrag beträgt 10 Euro im Jahr.

Zum Aufnahmeantrag

Kontakt

Briefpost

Verein zur Förderung eines solidarischen und öffentlichen Gesundheitswesens NRW e.V.
Postfach 80 11 12
51011 Köln

Email

info@solidarisches-gesundheitswesen-nrw.de

Krankenhaus statt Fabrik

Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte

SoVD Landesverband NRW e.V

Pflege am Boden Köln e.V.

ve.di NRW

Attac NRW

gesundheitsladen köln e.V.

DIDF e.V.

Selbsthilfegemeinschaft Spina Bifida und Hydrocephalus e.V.

Gesundheitsbündnisse NRW

Unterstützer*innen:

Q

SoliMed Köln

EVG Ortsverband Bonn/Rhein-Sieg

DKP Ruhr 6 Rheinland-Westfahlen

DBSH NRW

DIE LINKE NRW

ADH

Care Revolution Dortmund

Q

Gesundheitsladen Bielefeld e.V.

Bündnis pro Krankenhäuser wohnortnah

Wa(h)re Gesundheit.

Krit*Meds Bonn